Tempeh – Vielfalt einer Fleischalternative

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“Tempeh” – das ist zunächst ein Produkt; “etwas zum Essen”, etwas besonderes, weil hierzulande unbekannt – und damit eine Möglichkeit, ungefähr so, wie es sich mit der Kartoffel einmal verhalten hatte:

Wie man es schafft, ein Volk von den Vorteilen eines Lebensmittels zu überzeugen, das diesem Volk unbekannt ist?

Es wird schon eines Tricks, einer List bedürfen. Man könnte sagen: “Das ist nichts für Euch, das ist nur für die besseren Leute, wie bei den Trüffeln, die kann sich auch nicht Jeder leisten”.

Das könnte funktionieren.

Mittel und Wege, dem Publikum seine Skepsis zu spiegeln, sind einfach zu beschaffen…

 

Oder man macht es wie beim Hummus: Vermarktet es im Supermarkt, nach Massengeschmack konfektioniert, geschmacksverstärkt, haltbarkeitsverlängert und aus einfachsten Zutaten. Die besseren Rezepte zum Selbstmachen versteckt man dann unter tausenden scheinbar guten Rezepten. Effektiv ist es auch, schlichtweg falsche Rezepte zu verbreiten, so dass Viele daran scheitern müssen und die Lust verlieren.

 

Vorab mal ein Rezept:

 

  • 500g Schwarze Bohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.
  • Am nächsten Tag die Bohnen in frischem Wasser etwa eine Stunde weichkochen.
  • Wasser abgießen und Bohnen auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dabei den Topf auf der noch warmen Herdplatte stehen lassen damit möglichst die komplette Restfeuchte der Bohnen entweicht.
  • Die abgekühlten, trockenen Bohnen mit 2 EL Apfelessig befeuchten und mit einem 1/2 TL Tempeh-Starterkulturen vermischen.
  • Einen Gefrierbeutel mit einigen Löchern versehen (Zahnstocher) und die Bohnen einfüllen. Möglichst kompakt verschließen und bei etwa 30-35 Grad (zum Beispiel  im Backofen mit Licht an) 24-30 Stunden reifen lassen.

Den fertigen Tempeh in Scheiben schneiden und in Sojasauce, Öl, Essig, Knoblauch, Ingwer, Salz und Peffer marinieren. Von beiden Seiten braten und genießen.
Der Tempeh hält sich 2-3 Tage im Kühlschrank, kann aber auch gut eingefroren werden.
Funktioniert mit allen Arten von Hülsenfrüchten zb. Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Lupinen etc.

 

Tempeh mit Zwiebeln und Spinat – hier Kichererbsen-Tempeh, gebraten: Da kann man auf den Kartoffelbrei verzichten…

 

Wir könnten hier noch eine Tabelle zu den Nährstoffgehalten der Hülsenfrüchte einfügen – die Schlussfolgerung jedenfalls wird sein:

Die Menge an Proteinen, deren durch die Fermentation verbesserte Bioverfügbarkeit und Verdaulichkeit, der Geschmack und die vielen Ballaststoffe machen  Tempeh zu einem grandiosen, lebendigen Lebensmittel.

 

Das Tempeh aus Kidney-Bohnen, hier “frisch geerntet”, muss natürlich noch zubereitet werden; unterschiedliche, altbekannte  Arten der Zubereitung stehen zur Auswahl. Grillen, backen, frittieren, braten, Dämpfen, kochen: Mariniert oder nicht, so oder so gewürzt, mit diesen oder jenen Beilagen…

 

Erdnuss-Tempeh

Auch Erdnüsse sind Hülsenfrüchte und können folglich zum Tempeh verarbeitet werden – allerdings findet man zunächst mal unter “Erdnuss-Tempeh” ein mit Erdnusspaste marinierten Tempeh:

Für 200 g Tempeh gibt es hier eine Marinade aus
1 TL Chiliflocken
1 1/2 EL Sesamöl
2 EL cremige Erdnusscreme
2 EL Sojasauce
2 EL Limettensaft
3 EL Ahornsirup

Nach Langzeitmarinieren im Kühlschrank kommt das Backen im Backofen – vorausgesetzt, man hat zuallererst mal zufällig fertiges Tempeh gefunden. Den Wunsch, die pilzige Sache selbst herzustellen, soll sich erfüllen, wer will:

 

Tempeh aus Erdnüssen, hier mit rohem Chinakohl&Rote-Beete-”Sauerkraut”. Es braucht zwar Zeit, bis das alles reift, doch reift es ja “von selbst” – die Reifung macht uns keine  Arbeit.

 

Passende Artikel:

Vom Kichererbsen-Tempeh über Kichererbsentempeh-Bratlinge zum Kichererbsentempehkaiserburger

 

- wird fortgesetzt -

 

Link-Tipp: Tempeh-Rezepte bei “Indonesisch Kochen”

Video: “Mushroom Tempeh Burgers

Video: How to Cook with Tempeh (for Spaghetti or Nachos)

Tempeh-Herstellung – spezielle Fragen

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