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	<title>sketchnet &#187; Narzissmus</title>
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	<description>Entwürfe, Ideen, Konzepte</description>
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		<title>Narzissmus bei Frauen, Narziss und Echo</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2019 12:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Echo]]></category>
		<category><![CDATA[Narziss]]></category>
		<category><![CDATA[Weiblicher Narzzissmus]]></category>

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		<description><![CDATA[Nehmen wir mal an, in der Endrunde einer Quiz-Show wie &#8220;Einer wird Millionär&#8221; ginge es um die Frage: &#8220;Frauen sind &#8211; a: fürsorglich / &#8211; b: streitsüchtig /- c: narzisstisch / &#8211; d: liebevoll&#8230; &#8220; Der Konflikt um die eine &#8230; <a href="http://sketchnet.de/mythen/narzissmus-mythen/narzissmus-bei-frauen-narziss-und-echo">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nehmen wir mal an, in der Endrunde einer Quiz-Show wie &#8220;Einer wird Millionär&#8221; ginge es um die Frage: <strong>&#8220;Frauen sind</strong><br />
<strong> &#8211; a: fürsorglich / &#8211; b: streitsüchtig /- c: narzisstisch / &#8211; d: liebevoll&#8230; &#8220;</strong></p>
<p><strong></strong><br />
Der Konflikt um <strong>die eine richtige Antwort</strong> wäre zumindest interessant, und dass von A bis Z gar nicht richtig klar ist, was das jeweilige Adjektiv eigentlich bedeutet, könnte sich in der Diskussion als kleinster gemeinsamer Nenner herausstellen. Es ginge natürlich um Geschlechterklischees &#8211; &#8220;Frauen sind lieb und kuschelig&#8221; wäre wohl eines der beliebtesten.</p>
<p><span id="more-5432"></span></p>
<p>Anfang 2019 findet sich in der<a title="https://sz-magazin.sueddeutsche.de/leben-und-gesellschaft/es-macht-mich-bis-heute-wuetend-qua-geschlecht-zur-unteren-klasse-zu-gehoeren-86585" href="https://sz-magazin.sueddeutsche.de/leben-und-gesellschaft/es-macht-mich-bis-heute-wuetend-qua-geschlecht-zur-unteren-klasse-zu-gehoeren-86585" target="_blank"> Süddeutschen Zeitung</a> ein Interview mit Viv Albertine: &#8220;Viv Albertine, 64, war Punk, Aerobiclehrerin, hat Musikvideos gedreht, nach zwei Fehlgeburten und elf vergeblichen Hormonbehand­lungen ein Kind bekommen und sogar Krebs überlebt.&#8221;<br />
Wie das so ist mit oder bei Mädchen, Frauen, Müttern, aus der Sicht der Autorin, während sie ihr drittes Buch schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es hat mir selbst Angst gemacht, ein Buch zu schreiben, in dem ich kein netter Mensch bin. Als ich das Buch halb fertig hatte, schrieb ich Eimear McBride, einer jungen irischen Schriftstellerin, schau, ich mache mir echt Sorgen, ich stelle meine schlimmsten Eigenschaften zur Schau, ich versuche nicht einmal, ein netter Mensch zu sein. Sie schrieb zurück, super, es ist Zeit, dass Frauen auf­hören, so zu tun, als wären sie so, wie die Männer sie gern sehen! Wir müssen den Männern und der Gesellschaft die Wahrheit darüber erzählen, wie es ist, eine Frau zu sein. Es ist nicht Lächeln, Flirten, Zustimmen. Es ist auch nicht gekünstelt Lächeln&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Frauen sind also auch auf der Suche nach der Wahrheit. Ganz besonders die Autorinnen? Was ist mit dem weiblichen Narzissmus, mit der weiblichen, normalen oder übersteigerten Selbstliebe?<br />
Mir fallen dazu einige Frauen ein, deren Selbst-Äußerungen nachlesbar sind: Anna Seghers, Christiane Wolf (&#8220;Nachdenken über Christa T.&#8221; war Deutsch-Lektüre), Ingeborg Bachmann, Anja Meulenbelt (&#8220;Die Scham ist vorüber&#8221;), <a title="      „Ich habe niemals von zweien Genies innerhalb einer Familie gehört!“  Johanna Schopenhauers Erwiderung auf Goethes Prophezeiung, ihr Sohn Arthur Schopenhauer werde einmal weltberühmt" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Schopenhauer" target="_blank">Johanna Schopenhauer, </a>Hedwig Courts-Mahler, Elfriede Jellinek.</p>
<p>Nicht wirklich repäsentativ ist es, diesen Autorinnen Männer wie Jack London, Karl May, Traven, Kerouac gegenüberzustellen, die die Suche nach &#8220;Abenteuer und Heldentum&#8221; im Repertoire führen.</p>
<p>Die Gegenüberstellung &#8220;männlich-weiblich&#8221; misslingt auch, je mehr Frauen traditionelle Männerrollen einnehmen, &#8220;Pilotin oder Astronautin&#8221; sollte hundert Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts nicht mehr lange exotisch wirken.<br />
Bei Hannah Arendt harmonierte die Außenseiterrolle &#8220;Frau in der Männerwelt &#8216;Gericht&#8217;&#8221; mit ihren inhaltlichen Befunden: Männer hätten das Banale als Solches gar nicht wahrnehmen können. Sie hatte, offiziell als Journalistin, die &#8220;Banalität des Bösen&#8221; herausgearbeitet, als Prozessbeobachterin in Israel, wo der Fall Eichmann verhandelt wurde, eines gehorsamen, verantwortlichen, technokratisch funktionierenden Rads im Getriebe der Nazi-Herrschaft &#8211; in unserer Vergangenheit.</p>
<p>Ihre gedankliche Klarheit als außerordentlich zu bezeichnen, ist wohl gerechtfertigt.<br />
<strong></strong></p>
<p>Doch lenkt das Alles von der Fragestellung ab, ob und wie und auch warum Frauen narzisstisch sein könnten. Oder sind Frauen <em>anders narzisstisch</em> als Männer?</p>
<p>Kann sein, dass das vorwiegend Frauen interessiert, neben Mode und Frisurentrends &#8211; die schöne Frage</p>
<blockquote><p>&#8220;Warum fällt es so vielen Menschen schwer sich selbst zu lieben? <strong>Ist es schlimm selbstverliebt zu sein?</strong>&#8220;</p></blockquote>
<p>findet sich in einem &#8220;Mädels-Blog&#8221;, die Antwort vermutlich auch, mehr oder weniger.<br />
&#8220;Ich bin klug, schön und selbstbewusst&#8221; ist ein Motto, das merkwürdig in Richtung Konsum deutet, und diese Richtung verdankt sich dem Umstand, dass die &#8220;Monetarisierung&#8221; von Blogs direkt oder indirekt von Produktwerbung abhängt, so dass die weibliche<a href="https://twitter.com/faznet/status/1091104839944282112" target="_blank"> Selbstinszenierung in den &#8220;sozialen Medien&#8221;</a> diesem Auftrag folgt:</p>
<p>&#8220;<a title="http://gutenberg.spiegel.de/buch/schonheitsmittel-4722/2" href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/schonheitsmittel-4722/2" target="_blank">Schönheitsmittel</a>&#8221; aller Art finden sich insofern in jedem Badezimmer und sind &#8211; denken wir an Drogerien und &#8220;exklusive&#8221; Parfümerien in den Einkaufsmeilen &#8211; Gegenstand einer globalen Industrie, die aus Chemie, Pflanzenextrakten und tierischen Substraten &#8220;Wundermittel&#8221; zusammenmixt, die eine strahlende Erscheinung bewirken (sollen).</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer sie auch sei &#8211; sich [zu] gefallen auch ist für [alle von weiblichem Geschlecht] ein Vergnügen; &#8230;<br />
[wobei] (den Mädchen) besonders die Statur (&#8220;die eigene Gestalt&#8221;) &#8220;Theuer und werth ist&#8221;.&#8221; (OVID: Schönheitsmittel 2-31)</p></blockquote>
<p>Dabei lautet die oberste Regel: <strong>&#8220;Ist gewinnend der Geist, Mädchen, gefällt das Gesicht&#8221;</strong>. Es geht schließlich nicht um Fassadenpflege, sondern um Schönheitspflege, und wahre Schönheit kommt von innen, kann zum Beispiel mit einer Gesichtsmaske gepflegt, aber nicht erschaffen werden.</p>
<p><strong>Sie</strong> kann mit wahrhaft freiem, geistreichen Gespräch überzeugen, das spiegelt sich in der Sprache wider, die erlaubt, &#8220;Esprit&#8221; mit &#8220;veritable&#8221; und &#8220;libre&#8221; genauer zu bezeichnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt also ein Schönheits-<strong>Lehrbuch</strong> in Reimen, vor 2000 Jahren von einem Mann geschrieben. Die &#8220;Zielgruppe&#8221; sind doch die Frauen &#8211; sollte das &#8220;Frauen-Schönheits-Buch&#8221; nicht besser von einer Frau vorgelegt werden? Die könnte parallel als Modeberaterin mit Sätzen wie &#8220;Unser Styling für den Alltag könnte definitiv ein Upgrade vertragen, was meint ihr?&#8221; etwas sinnvolles weitergeben und die Konjunktur fördern&#8230;</p>
<p>Zuvor könnten wir das alt-römische Handbuch zur Schönheitspflege noch als Hinweis verstehen, dass sein Autor OVID sich wahrscheinlich mit sämtlichen Ebenen des Frau-Seins, &#8220;der Weiblichkeit&#8221; befasst hatte. Dazu gehört wohl eine &#8220;gehörige Portion&#8221; Einfühlung, zur Bestimmung der gesellschaftlichen Verhältnisse eine gewisse Distanz und Objektivität, zum Verständnis der Mythen und Regeln der Zeit gehört Unabhängigkeit und Wissen über deren Funktion und Entstehung.</p>
<p>Die Liste seiner Werke legt nahe, dass er dabei häufig die Perspektive gewechselt hat &#8211; und schon beim ersten Werk, den &#8220;Liebeselegien&#8221;, könnten wir rätseln, ob der &#8220;Gesang&#8221; einer fiktiven oder einer realen Geliebten gilt. Man könnte sagen, OVID lässt nichts aus, was die &#8220;heimlichen Vergnügungen&#8221; &#8220;verstohlenen Liebesgenusses&#8221; betrifft &#8211; natürlich mischt Cupido (Eros) kräftig mit (ELG 2-8/9) &#8211; das wäre aber doch noch zu überprüfen.</p>
<p>Das Buch mit dem schlichten Titel &#8220;Liebeskunst&#8221; ist auch schon mal als Lehrbuch, als &#8220;Erotodidaktik&#8221; bezeichnet worden, wobei dem Bezeichnenden vielleicht nicht ganz präsent war, was Didaktik bedeutet, welche Lernziele im Fach &#8220;Erotik&#8221; vorgesehen werden sollten, wie und mit welchen Methoden der Erotik-Lehrplan gestaltet werden könnte.<br />
Da es bei OVID um die &#8220;gelingende Liebe&#8221; und &#8211; in &#8220;Heilmittel gegen die Liebe&#8221; &#8211; die Lösung von der pathologischen geht, also auch um die Pathologie des Liebeslebens, scheint die Frage nach Methoden, diesen Stoff zu vermitteln, doch eher anspruchsvoll zu sein.</p>
<p>Es gibt Indizien, dass Vieles hierzu bei OVID abgeleitet worden ist. So mahnt die Autorin eines <a title="Deanna Pai in &quot;Medium&quot;" href="https://medium.com/s/office-politics/rules-for-dating-your-co-worker-without-getting-fired-a941550113d0" target="_blank">Fachartikels</a> mit dem Titel &#8220;Rules for Dating Your Co-Worker Without Getting Fired&#8221; (also ungefähr: &#8220;Worauf du achten musst, wenn Du mit einem/einer Kolleg*ìn etwas anfängst, ohne deshalb den Job zu verlieren&#8221;) abschließend:</p>
<blockquote><p>So, while an office relationship isn’t necessarily a bad idea, it’s worth carefully thinking through the potential ending before it even starts.</p></blockquote>
<p>Solche Weisheiten sind auf keinen Fall erst seit &#8220;Heute&#8221; im Umlauf, vielleicht, weil es um eine universelle Thematik geht: Im Zweifelsfall ist es auf jeden Fall wichtig, rechtzeitig und öfters darüber nachzudenken und zu sprechen &#8211; zum Beispiel über die angedachte, sinnvolle, machbare Dauer der Beziehung, die mit &#8220;casual dating&#8221; im Wesentlichen vermieden wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Darstellung aus der &#8220;weiblichen Perspektive&#8221; stellt OVID in den &#8220;Heroides&#8221; (~ &#8220;<strong>Heldinnenbriefe</strong>&#8220;) ausdrücklich in den Vordergrund.</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/02/Penelope_-_Huntington_Lib_HM60_f3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5184" title="Penelope_-_Huntington_Lib_HM60_f3" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/02/Penelope_-_Huntington_Lib_HM60_f3.jpg" alt="" width="411" height="600" /></a></p>
<p>&#8220;Wie geht es den Frauen, deren Männer die ach so entscheidenden Schlachten schlagen?&#8221; OVID hat sich mit dieser Frage befasst, beginnend mit <strong>Penelopes Brief an Odysseus</strong> (<a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e8/Epitres_d%27Ovide_%28H%C3%A9roides%29_-_Penelope_-_Huntington_Lib_HM60_f3.jpg" target="_blank">größere Darstellung</a>).</p>
<blockquote><p>&#8220;Da jede Heldin einen eigenen Ton hat und man laut las, konnte man nach Belieben in verschiedene Rollen wie die der Medea oder der Penelope schlüpfen. So konnte der Dichter wohl zu Recht behaupten, eine völlig neue Gattung [des Briefromans, "<a href="https://www.ancient-literature.com/rome_ovid_heroides.html" target="_blank">Ovid claimed</a> to have created an entirely new literary genre of fictional epistolary poems."] geschaffen zu haben &#8230; . Als völlig neuartig erweist sich der Umstand, dass weibliche (Rand-)Figuren der Sagengeschichte das Wort ergreifen und damit altbekannte Ereignisse in einem neuen, ungewohnten Licht erscheinen lassen. So erhalten verlassene, vom Schicksal übergangene Frauen in den <em>Heroides</em> erstmals eine Stimme.&#8221;</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die schreibende Frau spielt eine tragende Rolle nicht nur in den <a title="https://de.wikipedia.org/wiki/Heroides" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heroides" target="_blank">Heroides</a>; Anweisungen für die Liebesbriefchen der aktuellen Leser*innen &#8211; und wie diese zu verschlüsseln sind &#8211; finden wir in der &#8220;<strong>Liebeskunst</strong>&#8220;, doch dazu später.</p>
<p>Von der Macht des geschriebenen Wortes berichtet die <strong>Acontius-Cydippe</strong>-Episode:</p>
<blockquote><p>Ein schöner, doch armer Jüngling von der Insel Ceos, bekannt durch die List, welche ihm den Besitz seiner Geliebten, Cydippe aus Athen, eines Mädchens von hohem Stand und grossem Reichthum, verschaffte. Er schrieb nämlich auf einen schönen cydonischen Apfel die Worte: ich schwöre bei Diana, dass ich Acontius zum Gatten nehme. Der Apfel rollte zu den Füssen der die Cydippe begleitenden Sklavin, welche, wie Acontius richtig geschlossen, nicht lesen konnte; sie gab daher den Apfel der Gebieterin, welche laut die Schrift las und so den verhängnissvollen Schwur aussprach. Der Vater des Mädchens, dieses nicht wissend, verlobte sie einem Andern; sie ward gefährlich krank, entdeckte, was durch Zufall von ihrer Seite geschehen, und genas, als sie ihren Schwur erfüllen durfte.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/02/kauffmannacontiuscydippe.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5198" title="kauffmannacontiuscydippe" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/02/kauffmannacontiuscydippe.jpeg" alt="" width="640" height="819" /></a></p>
<p>Der &#8220;<a title="https://eclecticlight.co/2017/03/05/a-message-on-an-apple-and-two-abandoned-lovers/" href="https://eclecticlight.co/2017/03/05/a-message-on-an-apple-and-two-abandoned-lovers/" target="_blank">Botschaft auf dem Apfel</a>&#8221; folgen bei OVID zwei fiktive Briefe.</p>
<p>Acontius erweist sich als überaus eifersüchtig, mit grenzwertigen Überredungskünsten ausgestattet:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es quält mich bisweilen, dass du durch meine Verschlagenheit Schmerzen erleidest. Ich bitte darum, dass die Verwünschungen meiner Geliebten auf mein Haupt kommen, durch meine Bestrafung möge sie geschützt sein!&#8221; (Heroides XX 130 ff)</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die rätselhafte Krankheit der Cydippe, die bei jedem (in der Folge zu verschiebenden) Heiratstermin mit dem von den Eltern ausgesuchten Gatten eskaliert, erklärt sie so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ursache ist verborgen, meine Leiden sind offenkundig, ihr zerstört den Frieden und löst bittere Kämpfe aus, ich aber muss dafür büßen.&#8221; (Heroides XXI, 56 ff.)</p></blockquote>
<p>Dass die mehrfach pünktlich auftretende körperliche Schwäche die von den den Eltern arrangierte Heirat verhindert, hat im Konflikt &#8220;Sollen versus Gehorsam gegenüber dem Eid&#8221; seine psychosomatische Ursache; Acontis Apfel-Aktion war ein klarer Regelverstoß:</p>
<blockquote><p>&#8220;Brauch ist, nicht durch Betrug zu untergraben, du hättest um mich werben müssen und nicht mich betrügen dürfen.&#8221; (XXI, 129 f.)</p></blockquote>
<p>Dass der Mann (der Jüngling) um die Frau (das Mädchen) zu werben hat, und nicht umgekehrt, gilt als eiserne Regel. Gegen die hat auch Narziss verstoßen, nämlich, indem er überhaupt nicht geworben hat und, wo er begehrt und umworben war, nur abweisend reagiert hat.</p>
<p>Er hat sich ständig nur verweigert, heißt es; dieses Verhalten ist in der Szene seiner <strong><a title="http://fressnet.de/m170_Narziss_und_Echo.htm#Narziss_und_Echo" href="http://fressnet.de/m170_Narziss_und_Echo.htm#Narziss_und_Echo" target="_blank">Begegnung mit Echo</a></strong> ausführlicher dargestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/03/Echo_and_Narcissus_-_John_William_Waterhouse550.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5435" title="Echo_and_Narcissus_-_John_William_Waterhouse550" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2019/03/Echo_and_Narcissus_-_John_William_Waterhouse550.jpg" alt="" width="550" height="308" /></a></p>
<address>Narziss sieht sein Spiegelbild, nicht, dass er sich spiegelt. Dass er sich spiegelt, kann jedoch Echo sehen, die in dieser Szene vom Künstler eingefügt worden ist &#8211; dem Mythos zufolge gibt es sie in diesem Moment bereits nur noch als körperlose Stimme, als Echo eben.</address>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*</p>
<address>Übersicht:</address>
<address><strong><em><a title="Zur Übersicht " href=" http://sketchnet.de/narzissmus/ovid-der-narziss-komplex-episoden" target="_blank">Ovid, Der Narzissmus-Komplex, Episoden</a></em></strong></address>
<address> </address>
<p>*</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der autistische Blick auf das Gesicht des Anderen</title>
		<link>http://sketchnet.de/narzissmus/der-autistische-blick-auf-das-gesicht-des-anderen</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Oct 2013 12:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Autismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Autistin schaut einen Film &#8211; auf einem Monitor, der mit Sensoren versehen ist, die ihre Augenbewegungen registrieren. Später kann man den Film ablaufen lassen, und ein blauer Punkt zeigt, auf welche Stellen des Gesichts sie geschaut hat. Was bedeutet &#8230; <a href="http://sketchnet.de/narzissmus/der-autistische-blick-auf-das-gesicht-des-anderen">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Autistin schaut einen Film &#8211; auf einem Monitor, der mit Sensoren versehen ist, die ihre Augenbewegungen registrieren.</p>
<p>Später kann man den Film ablaufen lassen, und ein blauer Punkt zeigt, auf welche Stellen des Gesichts sie geschaut hat.</p>
<p><span id="more-1156"></span></p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2013/10/autistischer-blick.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1157" title="autistischer-blick" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2013/10/autistischer-blick.jpg" alt="" width="600" height="382" /></a></p>
<p>Was bedeutet es, dass sie nicht in die Augen schaut, sondern auf die Stirn?</p>
<p>Der Film &#8220;Was ist anders an Nicole?&#8221; aus der Reihe Quarks&amp;Co stellt diese Frage erst gar nicht.</p>
<p>Die Antwort müsste davon ausgehen, dass Nicoles &#8220;Blickmuster&#8221; entweder gelernt oder angeboren ist. Die These vom angeborenen Verhalten scheidet aber aus, weil das Erkennen von Emotionen in der Mimik &#8211; bei dem auch Nicht-Autisten Fehler machen &#8211; demzufolge mehr oder weniger komplett gelernt wird.</p>
<p>Angeboren ist allerdings der Ausdruck der primären Emotionen in der Mimik&#8230;</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2013/10/emotionen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1158" title="emotionen" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2013/10/emotionen.jpg" alt="" width="600" height="480" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Menschen erlernen die Bilderkennung. Wir wissen, dass ab dem Alter von drei Monaten ein &#8220;blickerwiderndes Lächeln&#8221; auftritt: Der Säugling hat glernt, Gesichter zu erkennen, und lächelt, wenn er mit einem Gesicht konfrontiert ist.</p>
<p>Dabei handelt es sich um einen erlernten Auslösereiz, nicht um einen AAM, angeborenen Auslösemechanismus. (Im weitesten Sinne &#8220;ähnlich&#8221; ist die Prägung der Graugans auf den erstbesten Gegenstand, der sich bewegt; sie &#8220;lernt&#8221; schneller &#8211; und sie kann sich auch schon viel früher bewegen.)</p>
<p>Die Differenzierung der Gesichter &#8211; sozusagen in gut und böse, genauer: Bekannt und fremd &#8211; braucht beim Menschen weitere fünf Monate; Für das Alter von acht Monaten lässt sich das &#8220;Fremdeln&#8221; ansetzen, das die gelungene Unterscheidung &#8220;Meinen Kreisen zugehörig&#8221; und &#8220;Nicht mein Umfeld&#8221; anzeigt. Damit einhergegangen ist natürlich auch eine gehörige Ich-Entwicklung.</p>
<p>Schon die ersten Anzeichen, dass ein Gesicht als Gesicht erkannt wird, sind mit Affekten verknüpft; da es sich beim Lächeln um den Ausdruck von Freude handelt, mit positiven Gefühlen: Das visuelle Lernen, bei dem es zunächst um die &#8220;Aufgabe&#8221;, überhaupt und &#8220;undifferenziert&#8221; Gesichter als solche zu erkennen, geht,  ist zunächst mit Wohlgefühl verbunden.</p>
<p>Die zuverlässigste und entspannteste Situation, in der der Säugling ein Gesicht betrachten kann, dürfte das Stillen sein. Dabei ist das Gesicht der fütternden Person in einer wiederkehrenden Situation einem optimalen und gleichmäßigen Abstand zu seinen beiden Augen, die eine stereoskopische, räumliche Wahrnehmung ermöglichen.</p>
<p>Was erkannt wird, ist ein nach und nach sich ausdifferenzierendes Muster oder Schema.   Vielleicht ist die Blickachse zunächst noch starr, beide Augen des Säuglings schauen geradeaus, weil sie sich noch ncht auf einen Punkt konzentrieren können.<br />
Unter dieser Voraussetzung erhält jedes Auge des Säuglings die visuelle Information des gleichen Bildes, nämlich eines Auges &#8211; wenn auch das eine Bild gegenüber dem anderen seitlich gespiegelt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Das archaische Urgesicht</h2>
<p>Welches Gesamtbild ergibt sich nun für die Wahrnehmung, wenn das Gehirn die visuellen Informationen, die beide Augen &#8220;einspielen&#8221;, zu einem 3-D-Bild &#8220;hochrechnet&#8221;?</p>
<p>Davon kann man sich unterschiedliche Vorstellungen machen; wir können aber davon ausgehen, dass es in den Tiefen unserer visuellen Wahrnehmung Spuren eines wenig ausdifferenzierten, &#8220;archaischen&#8221; &#8220;Urgesichts&#8221; gibt.</p>
<p><img class="alignleft" src="http://fressnet.de/pics/nme/sketchtnet/polyphem.jpg" alt="" width="223" height="256" />Von dem Zusamenfallen der Bilder des rechten und linken Auges in dem Bild <em>eines</em> Auges zeugt vielleicht noch die archaische (archetypische?) Figur des Zyklopen, der bei Dali unzweifelhaft auch weibliche Eigenschaften hat.</p>
<p>Später einmal kann das Kind sich in den Augen der Mutter spiegeln: Beim nahen Kontakt mit einem Gegenüber, dem man in die Augen schauen kann, erscheint das eigene Bild, wegen der Krümmung des Augapfels verkleinert &#8211; in, oder auf dessen Augen: &#8220;Pupille&#8221; bedeutet im französischen denn auch &#8220;Püppchen&#8221;.</p>
<p>Was wir so erblicken, entspricht von der perspektivischen Verzerrung in etwa der Darstellung eines Weitwinkelobjektivs, das über den 90-Grad Fokus  des geschulten Auges hinaus mehr Informationen von den Bildrändern liefert, und &#8211; nebenbei gesagt &#8211; mehr Tiefenschärfe.</p>
<p>Dalis Polyophem hat merkwürdigerweise eine Stupsnase und eine hohe Stirn. Wir können, was das archaische Urgesicht betrifft, annehmen, das es einigen Umformungen unterliegt, bis zur vollständigen Differenzierung bei der Gesichtserkennung.</p>
<p>Aber auch Kopf und Gesicht haben ihre Entwicklung, was Proportionen und Ausdruck betrifft.</p>
<p>Wie diesbezüglich das Schema des archaischen Urgesichts gestaltet ist, lässt sich wohl nicht wissen, aber vielleicht doch erahnen:  Wenn wir die Szene, in der Narziss an der Urquelle dargestellt wird, als eine permanente Regression verstehen, wird das, was er zum Schluss sieht, das sein, was der Mensch am Anfang wahrnimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone" src="http://fressnet.de/pics/nme/sketchtnet/narz.jpg" alt="" width="450" height="421" /></p>
<p>Wir müssen uns nur noch den nach unten, zum Wasser der Quelle geneigten Kelch der Narzissenblüte vorstellen, wahrgenommen allerdings mit einem getrübten Blick. Auf der affektiven Eben damit allerdings &#8211; bei Narziss &#8211; verknüpft mit viel Liebe und Verzweiflung um die Thematik Einheit, Getrennt-sein, Nähe, Berührung, Schmerz, Ich-Du-Differenzierung, Selbstliebe, Objektliebe, Hingabe, Hoffnung.</p>
<p>Die Aufgewühltheit des Narzis empfinden wir zum Glück nicht, nur weil wir in ein Gesicht blicken. Was wir in einem Gesicht erkennen, muss aber mit dem Erleben am Anfang zusammenhängen, und, wie wir am Angang gesehen haben, nicht immer schauen Menschen ihrem Gegenüber in die Augen.</p>
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		<title>Narzissmus &#8211; Quelle allen Übels?</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jul 2013 12:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Brunnen]]></category>
		<category><![CDATA[Fromm]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlass für diesen Artikel: ein Tweet: Narcissism is the essence of all severe psychic pathology. ~Erich Fromm Das Zitat findet sich in &#8220;Wege aus einer kranken Gesellschaft&#8221;, aus den 50-er Jahren. Ein Text, der vielleicht noch aktuell ist &#8211; gesünder &#8230; <a href="http://sketchnet.de/narzissmus/narzissmus-quelle-allen-ubels">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlass für diesen Artikel: ein <a href="https://twitter.com/sgbrownlow/status/355944401178079232">Tweet</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Narcissism is the essence of all severe psychic pathology. ~Erich Fromm</strong></p></blockquote>
<p>Das Zitat findet sich in &#8220;Wege aus einer kranken Gesellschaft&#8221;, aus den 50-er Jahren. <span id="more-1039"></span>Ein Text, der vielleicht noch aktuell ist &#8211; gesünder wird die Gesellschaft ja nicht.</p>
<p>Eine Rezension hier:</p>
<p><a href="http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/wege-aus-einer-kranken-gesellschaft">http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/wege-aus-einer-kranken-gesellschaft</a></p>
<p>Darin finden wir den Satz über den Narzissmus allerdings nicht. Nur ein Abschnitt beinhaltet das N.-Wort:</p>
<blockquote><p>Was heute nottut, ist die theoretisch-praktische Bündelung dieser großen Veränderungssehnsucht durch konstruktiv systemische Kritik der Megamaschine in Theorie und Praxis, wie sie die 68-er Bewegung schuldig blieb, die ja wesentlich durch Fromms früheren Kollegen vom Frankfurter Institut für Sozialforschung ausgelöst wurde. Konstruktive Revolution muß der Inhalt der heutigen Aufklärungsbewegung sein. Vom Einzelnen als solchen sind dabei (als notwendige, nicht hinreichende Bedingung der Veränderung) vor allem zwei Haltungen des alles entscheidenden Übergangs vom Einzelnen zur Allgemeinheit gefordert:</p>
<ul>
<li>Non-Konformismus, Nicht-Opportunismus – das ist der Gegensatz zum Marketing-Charakter -</li>
</ul>
<ul>
<li>und Vergessen des kleinen Ich um der großen gemeinsamen Sache willen. Das ist der Gegensatz zur <strong>narzißtischen Charakter-Orientierung</strong>.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun, das ist ein Vokabular, das heute niemand mehr verwendet. Der zweite Punkt aber hat es in sich:</p>
<p>Einfach so geht das ja nicht.</p>
<p>Das hinterhältige an der &#8220;narzisstischen Phase&#8221; ist ja, dass man, darin befangen, gar nicht mehrkt, wie man am eigenen Narzissmus leidet, sondern &#8220;die Anderen&#8221; als schlimm und unvollkommen wahrnimmt.</p>
<p>&#8220;Sie liebt mich nicht genug, interessiert sich nicht genug für mich, ist oberflächlich&#8221;, glaubte ein Kollege von seiner neuen Freundin.</p>
<p>&#8220;Dann hat sie noch gemeint, ich hätte ja selbst gesagt, wir passten nicht zusammen&#8221;.</p>
<p>Dem Kollegen klarzumachen, was an seinem Denken narzisstisch, selbstbezogen ist, geht nur über den &#8220;Umweg&#8221;, ihm die Dialektik Echo-Narziss zu erläutern:  Sie gibt nur wieder, was Narziss als letztes gesagt hat, eine eigene Stimme fehlt Echo.</p>
<p>Weil er in seinem grenzenlosen Verlangen, erkannt und geliebt zu werden, leer auszugehen meint, wird sie in seinen Augen oberflächlich.</p>
<p>&#8220;Was ist wichtiger: Dass ein Brunnen tief ist, oder das das Wasser im Brunnen klar ist?&#8221;</p>
<p>Diese Frage konnte er nicht beantworten. Er hat sie erst gar nicht gehört.</p>
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		<title>Melancholie und Narzissmus</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jul 2013 06:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[Benvenuto]]></category>

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		<description><![CDATA[Einseitige Liebe und Liebe zu einem Spiegelbild oder &#8220;Schatten&#8221;, Melancholie und Manie: Gegensätze, die einander bedingen, Begriffe, die allein nicht zu denken sind. Das Verharren im Extrem, das Zerrissen-Sein zwischen den Extremen, ideales oder vollkommen unzureichendes Ich wie auch Idealisierung &#8230; <a href="http://sketchnet.de/narzissmus/melancholie-und-narzissmus">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einseitige Liebe und Liebe zu einem Spiegelbild oder &#8220;Schatten&#8221;, Melancholie und Manie: Gegensätze, die einander bedingen, Begriffe, die allein nicht zu denken sind. Das Verharren im Extrem, das Zerrissen-Sein zwischen den Extremen, ideales oder vollkommen unzureichendes Ich wie auch Idealisierung und Objektalisierung: Nur, was vereinbar ist, ist funktional.<span id="more-1027"></span></p>
<blockquote><p>Auf der Mittellinie &#8211; die ich die thymische (von thymos, Stimmung) Gerade nenne, die Ichlibido von Objektlibido scheidet, die Gerade, die von der Melancholie zur Manie verläuft finden wir zwei Pole, die durch die Sage von Narziss und Echo beschrieben werden. Narziss verkörpert die Position des „idealen Ich“, den fragilen Punkt, wo Ideal und Objekte gleich weit vom Ich entfernt sind, während Idealisierung und Objektalisierung in einem unstabilen Gleichgewicht stehen. Am entgegengesetzten Ende finden wir Echo, die Nymphe, die den Narziss liebt, aber nicht wiedergeliebt werden kann, weil sie nur &#8230;das Echo des Ichs ist. (ego’s echo) Sie vertritt die subjektive Vernichtung, in der die/der Liebende darauf reduziert wird, der verblassende Schatten des Geliebten zu sein. Die ewige schüchterne alte Jungfer, die gleichzeitig vom Ideal und von jedem männlichen Partner zurückgewiesen wird. Entlang derselben Linie zwischen der verschwindenden Nymphe Echo und dem übermäßig hervortretenden Narziss können wir die gegensätzlichen Helden platzieren, die Goethe schuf. Am melancholischen Ende dieser Linie ist der traurige suizidale Werther, und am manischen Ende der Triumph des übermenschlichen Faust, der die Gesetze von Göttern und Menschen hinter sich lässt. Generell finden wir in Goethes Welt die poetischen Inkarnationen einer Art von Subjektivität, die zwischen maximaler Idealisierung und der krudesten libidinösen Triebhaftigkeit balanciert</p>
<p>Sergio Benvenuto (Rom) Freuds Annäherung an Trauer und Melancholie und danach <a href="http://www.psychoanalyse-zuerich.ch/fileadmin/files/documents/091127-Benvenuto-Melancholie_dt.pdf" target="_blank">http://www.psychoanalyse-zuerich.ch/fileadmin/files/documents/091127-Benvenuto-Melancholie_dt.pdf</a></p></blockquote>
<p>Man ist versucht, bei dieser Erklärung ein <a href="https://foundation.wikimedia.org/wiki/Wikipedia/commons/b/b4/Gerade_svg.svg" target="_blank">Koordinatensystem </a>anzulegen, in dem die &#8220;thymische Linie&#8221; eine Hauptrolle spielt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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