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	<title>sketchnet &#187; Ideen</title>
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	<description>Entwürfe, Ideen, Konzepte</description>
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		<title>#Hanau1902:  Erinnern, Gedenken, Handeln</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2022 12:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[Maerchen]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn heute mit &#8220;Hanau 1902&#8243; ein Ereignis bezeichnet wird, ist der Terrorakt vom 19.02.2020 gemeint, an dem der Sohn einer Hanauer &#8220;Familie&#8221;  eine türkische Frau, acht türkische Männer und anschließend seine Mutter und sich selbst ermordet hat. Die Türken waren &#8230; <a href="http://sketchnet.de/maerchen/hanau1902-erinnern-gedenken-handeln">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn heute mit &#8220;Hanau 1902&#8243; ein Ereignis bezeichnet wird, ist der Terrorakt vom 19.02.2020 gemeint, an dem der Sohn einer Hanauer &#8220;Familie&#8221;  eine türkische Frau, acht türkische Männer und anschließend seine Mutter und sich selbst ermordet hat.</p>
<p><img title="Weiterlesen..." src="http://sketchnet.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" />Die Türken waren unter sich, an ihren Treffpunkten, darunter eine Sisha-Bar, was eigentlich einen gewohnten Teil des Stadtbilds ausmacht &#8211; in Deutschland gibt es zwar keine &#8220;Chinatowns&#8221;, aber doch &#8220;nicht so ganz typisch deutsch&#8221; geprägte Stadtviertel mit Zugezogenen, die sich vielleicht nie ganz assimilieren wollen und werden &#8211; wen störts&#8230;<br />
Es gibt auch keine einheitlichen &#8220;deutschen&#8221; Stadtviertel, sondern alles ist fein aufgegliedert, nach Herkommen, Einkommen, Vorankommen, Aufstieg und Abstieg, Chancen, Glück und Pech.</p>
<p><span id="more-12618"></span></p>
<p>Heimat war Hanau den jungen Türk*innen so gut es konnte, als einigermaßen weltoffene Stadt, bei der &#8220;Zuwanderung&#8221; sozusagen zum historisch-genetischen Code gehört, dazu kann man die Stadtgeschichte studieren, einen &#8220;<a title="https://www.mediathek-hessen.de/medienview_11670_Frieder-Mallon-Videofilmer-Hanau-MOK-Rhein-Main-Die-Kinzig--Von-der-Quelle-bis-zur-M%C3%BCndung.html" href="https://www.mediathek-hessen.de/medienview_11670_Frieder-Mallon-Videofilmer-Hanau-MOK-Rhein-Main-Die-Kinzig--Von-der-Quelle-bis-zur-M%C3%BCndung.html" target="_blank">Heimatfilm</a>&#8221; anschauen, oder hinfahren und sich selbst ein Bild machen.</p>
<p>Für mich selbst ist Hanau im weitesten Sinn auch Heimat, als im Landkreis Geborener habe ich in etlichen Formulare zum Geburtsort als Zusatz &#8220;/Kreis Hanau&#8221; ausgefüllt; die Zeiten ändern sich, ich stamme aus einer Zeit, als die Nebenbahn noch mit Dampfkraft betrieben wurde&#8230;</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2022/02/heldenbergen-windecken-620.jpg"><img class="aligncenter" title="heldenbergen-windecken-620" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2022/02/heldenbergen-windecken-620.jpg" alt="" width="620" height="413" /></a><em>Unter <a title="Bahnhof, Aufnahme im großen Format" href=" https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/2012-07-16_-_Bahnhof_Nidderau_%28Heldenbergen%29_-_6885.jpg" target="_blank">Denkmalschutz</a>, aber verfallen: An den Rändern der Provinz  wird deutlich, wo wir (keine) Prioritäten setzen. Bild: Wikipedia, cc. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Verbindung zu &#8220;Hanau&#8221; stellt sich über den Heimatbegriff her: &#8220;Mein Dorf&#8221; liegt in der gleichen Gegend wie Hanau, es gibt klimatische Verwandtschaft und ähnlichen Dialekt. Ich kenne das heimisch-brüchige Zugehörigkeitsgefühl der Zugezogenen, aber auch die Fremdheit der Weggezogenen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Denkmal der Gebrüder Grimm steht in ihrer Geburtsstadt, auf einem viel zu hohen Sockel. Über deutsche und türkische Märchen könnte man sich auch austauschen &#8211; das macht die Verstorbenen nicht mehr lebendig, aber es geht darum, sie nicht zu vergessen. Da stellt sich die Frage, mit welchen &#8220;kulturellen Geschichten&#8221; sie sich beschäftigt haben; im Prinzip geht es ja nur um Nuancen, da die Werte, die solche alten Geschichten bewahren sollen, überall die gleichen sind.</p>
<p>Trotzdem musste da ein pathologischer, hasserfüllter Wirrkopf  &#8220;die Fremden&#8221; &#8220;auslöschen&#8221;,  und diesen Erfolg will ich ihm nicht gönnen.</p>
<p>Eher soll unter <strong><a title="https://www.hanau-steht-zusammen.de/ " href="https://www.hanau-steht-zusammen.de/ " target="_blank">&#8220;Hanauer Zustände&#8221;</a> </strong> ein &#8220;Hanau steht zusammen&#8221; zu verstehen sein, eine Grundhaltung des Respekts bei Anerkennung aller (zwischenmenschlichen) Unterschiede.</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2021/09/hanau1.jpg"><img title="hanau1" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2021/09/hanau1.jpg" alt="" width="622" height="882" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch abseits der Gedenkveranstaltungen SIE nicht zu vergessen heißt vielleicht, traurig sein, dass ein gemeinsames Gespräch nicht mehr möglich ist.</p>
<p>Es sollte bedeuten, den eigenen Wert einer &#8220;türkisch-deutschen&#8221; Kultur anzuerkennen, von ihr zu profitieren.<br />
&#8220;Befremden&#8221; über das Andersartige kann viele Gründe haben &#8211; das hat manchmal auch ganz plausible Gründe aus der &#8220;Biologie&#8221; der Sprachaneignung zum Beispiel, so dass uns die jeweils eigene Sprachmelodie vertrauter ist, wir bereits vorgeburtlich, mehr noch natürlich im &#8220;richtigen Leben&#8221;, daraus Informationen über die eigene Gruppenzugehörigkeit herleiten. Auf  Manche wirkt  &#8220;Fremdes&#8221; nicht interessant, gar verstörend, verschreckend, dann fehlt es an Vertrauen, an Urvertrauen schlimmstenfalls, doch ist &#8220;das Fremdeln&#8221; eigentlich in der kindlichen Entwicklung normal, wäre sein Ausbleiben Grund zur Besorgnis.</p>
<p>Man kann aber auch den Standpunkt vertreten, dass &#8220;Unbekanntheit&#8221; kein Dauerzustand sein muss.<br />
Wenn eine Gesellschaftsanalyse unter Anderem herausstellt, dass es um die zwischenmenschlichen Beziehungen allgemein noch nicht oder nicht mehr zum Besten steht, sollte das Anlass zu Reperatur-Bemühungen sein. Dass insgeheim ein &#8220;richtig deutscher Neid&#8221; auf die herzlichen, echten Familienbeziehungen &#8220;der Ausländer&#8221;  keimt, mag aber niemand zugeben.</p>
<p>Das muss auch nicht sein, zeigt doch näheres Nachdenken, dass hier eine große Portion an Projektion, seelisch-psychischem Schattenspiel, im Spiel ist. Wenn wir diesen Neidzusammenhang bereits als &#8220;Rassismus&#8221; bezeichnen, kommen wir nicht umhin, die Defizit-bedingte Denkweise des Rassisten, der Rassistin anzuerkennen.</p>
<p>Die Unterscheidung der fließend verlaufenden Begriffe Fremdenfeindlichkeit und Rassismus können wir  akademisch  Veranlagten überlassen, müssen dabei aber unbedingt  die Grenze zum rechtsradikalen Kampf  sehen:<br />
Jahrelang war in der öffentlichen Wahrnehmung z. B. das perfide Morden des NSU nicht als solches wahrgenommen worden. Ich selbst hatte jedenfalls Nazis für so ausgestorben wie Dinosaurier gehalten und Leute, die Hitlers &#8220;Mein Kampf&#8221; unter dem Ladentisch erstanden, als verwirrt, aber harmlos betrachtet. Über &#8220;irgendwelche Familienfehden&#8221; konnte man sich nur wundern, es galt das Motto &#8220;Nichts Genaues weiß man nicht&#8221; und &#8220;das ist dann wohl deren Sache&#8221;.</p>
<p>Untersuchungen hierzu sind schlecht und unzugänglich dokumentiert, so dass auch schon gemutmaßt wurde, selbst die Ordnungshüter, also Personen bei der Polizei bzw. Behörden hätten ihre eigene Strafvereitelung betrieben.</p>
<p>Das ist dann ein deutlich größeres Kaliber als ein „Ich habe ja nichts gegen diese Fremden, aber diese Fremden sind nicht von hier“, das je nach Kontext noch als harmlos und Blödelei durchgehen kann. Es gilt auch: Die Dosis macht das Gift.</p>
<p>Rechtsextremismus ist  eine der größten Gefahren für unsere Gesellschaft und ihr Funktionieren, so die <a title="https://www.vorwaerts.de/artikel/faeser-hanau-bundestag-entschieden-gegen-rechten-terror" href="https://www.vorwaerts.de/artikel/faeser-hanau-bundestag-entschieden-gegen-rechten-terror" target="_blank">Bundesinnenministerin Nancy Faeser</a> in der aktuellen Stunde zu Hanau im Bundestag:</p>
<blockquote><p>„Die Spur des rechten Terrors zieht sich durch unsere jüngere Geschichte“, sagt Faeser und nennt beispielhaft die Vorfälle in den 90er-Jahren in Solingen, Mölln und Hoyerswerda, die Morde des NSU, den Anschlag am Münchner Olympia-Einkaufszentrum, den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sowie den Terror von Halle und Hanau. „Wer es vorher nicht verstanden oder verharmlost hat, dem muss es nach Hanau endlich klar sein: Der Rechtsextremismus ist die schlimmste Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, sagt die Bundesinnenministerin.</p></blockquote>
<p>Nun &#8211; &#8220;Extremismus&#8221; ist ein Begriff aus der Politikwissenschaft, und hier ist jedenfalls ein weites Feld, mit dem ich nicht direkt vertraut bin.<br />
Dieser mörderische Extremismus/Rassismus wäre unmöglich ohne die psychische Pathologie der Täter, und passenderweise gibt es von der Bundeszentrale für politische Bildung eine <a title="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/30600/macht-narzissmus-und-die-sehnsucht-nach-dem-fuehrer/" href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/30600/macht-narzissmus-und-die-sehnsucht-nach-dem-fuehrer/" target="_blank">Schrift  </a>&#8220;Macht, Narzissmus und die Sehnsucht nach dem Führer&#8221;.</p>
<p>Jedoch geht es hier nicht um eine <a title="OVID, Der Narziss-Komplex, Episoden" href="http://sketchnet.de/narzissmus/ovid-der-narziss-komplex-episoden">Narzissmus</a>-bezogene Spurensuche und &#8220;Täteranalyse&#8221;, sondern um die Erinnerung an die Opfer, darum, einen Beitrag zu leisten, dass sie unvergessen bleiben.</p>
<blockquote><p>Faeser mahnt: „Viele Menschen in Hanau kannten die Opfer, der Täter kannte sie nicht und doch wollte er genau sie treffen. Er ermordete neun Menschen, weil sie eine Einwanderungsgeschichte haben. Er erklärte sie zu Fremden. Das waren sie aber nicht. Sie waren Teil unserer Gesellschaft. Daran dürfen wir als Staat nicht den geringsten Zweifel lassen.“ Gleichzeitig verspricht sie: <strong>„Wir werden Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Paun, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov nie vergessen.“</strong></p></blockquote>
<p>&#8220;Handeln&#8221; &#8211; das war quasi intuitiv in die Überschrift geraten, denn folgenloses Gedenken ist doch zu wenig gegenüber den feindlichen Lebensfeinden. Völkerverständigung nach dem Motto &#8220;<a title="http://fressnet.de/blog/?p=5186" href="http://fressnet.de/blog/?p=5186" target="_blank">Kochst Du Türkisch</a>&#8221; &#8211; meinetwegen, das könnte etwas ausmachen. Sagen wir mal: Was setzt man den  lebensfeindlichen Tendenzen, den negativen Energien der Nazis und anderer Ultras entgegen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Einschub/Nachtrag 24.05.2022</em></p>
<p><em>Aus den Medien war kürzlich über die kommende Gedenkstätte zu erfahren, dass noch nicht klar ist, welcher Entwurf gewählt wird, und dass noch weniger klar ist, wo die Gedenkstätte eingerichtet wird. </em></p>
<p><em>Der Marktplatz sei zwar groß. aber schon von den Gebrüdern Grimm &#8220;besetzt&#8221;. Wer aber weiß, wie die Gebrüder und Märchen/Sprachkundigen darüber denken würden, dass sie sich den Platz mit einem Anliegen der neueren Geschichte teilen sollen? Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sie sich gegen sich ändernde Zeiten nicht wehren wollen würden und kein Selbstbetrug, anzunehmen, dass sie  &#8220;doch eher fortschrittlich und demokratisch gesinnt&#8221; empfunden haben.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und jetzt höre ich auch schon auf. Sicher fällt Euch vieles ein, und wenn ihr nur die Hälfte davon umsetzt, wird gleich viel mehr gelächelt auf dieser einen und einzigen Welt.</p>
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		<title>Die Neuen Literatur-Quartette</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2020 16:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Gastgeberin Thea Dorn lädt in der aktuelle Quartals-Ausgabe zum munteren Disput wieder mit drei prominenten Gästen: xx. xy und xz. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.&#8221; So ähnlich ist die Ankündigung des ZDF-Quartetts noch immer in der Suchmaschine zu &#8230; <a href="http://sketchnet.de/ideen/die-neuen-literaratur-quartette">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Gastgeberin Thea Dorn lädt in der aktuelle Quartals-Ausgabe zum munteren Disput wieder mit drei prominenten Gästen: xx. xy und xz. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.&#8221;</p></blockquote>
<p>So ähnlich ist die Ankündigung des ZDF-Quartetts noch immer in der Suchmaschine zu finden, und die Sendung ist auch noch in der Mediathek vorhanden.</p>
<p><span id="more-9891"></span>Damit wird deutlich, dass wir in einem Medienzeitalter leben, und dass Kultur sein muss, nach dem Motto: &#8220;Kultur ist alles &#8211; ohne Kultur ist alles nichts&#8221;, und folglich: <strong>&#8220;Was nun tun? Notfalls <span style="color: #ff00ff;">nur</span> Kultur &#8211; Kultur pur!&#8221;</strong><br />
Den Kulturschaffenden, die momentan nicht im Freien und erst recht nicht in geschlossenen Räumen Auftritts-Honorare bekommen,  ist damit längst nicht geholfen, versprochen ist die Hilfe jedoch. Die wird anhand des Durchschnittsverdienstes eines vergangenen Jahres ermittelt &#8211; Pech für die Künstler, die erst heute losstarten möchten und leer ausgehen, Pech auch für alle, die nichts vorweisen, das sich vermarkten ließe: Es gibt schließlich auch die abgeschotteten Räume und die vielen Türen, in die man keinen Fuß bekommen kann, also &#8220;die Gesetze des Marktes&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Klar ist aber auch, dass es nicht immer Kultur zum Konsumieren sein muss und dass unter uns Zuschauern sicher einige sich an der munteren Quartett-Kulturdebatte beteiligen möchten. So hochinteressant sind die Kulturmagazine, wie sie gesendet werden, dann auch wieder nicht, dass man sie gesehen haben müsste, auch liest sich das Feuilleton erfahrungsgemäß selten als leichte Lektüre, je weniger, je mehr dessen Autoren irgend etwas beweisen wollten.</p>
<p>Kommt hinzu, dass Hören und Sprechen, Lesen und Erzählen als ur-menschliche Bedürfnisse gelten müssen. Wir wollen uns austauschen, kommunizieren, über Andere hinter deren Rücken reden, Erfahrungen austauschen und von Anderen gemachte und gesammelte Erfahrungen und Sichtweisen angeboten bekommen. Neugier und die Fähigkeit, sich in andere, auch in erfundene Figuren einzufühlen, machen Märchen für Kinder interessant, Sagen und Heldensagen für Jugendliche &#8211; bei Erwachsenen spreizen sich die Interessensgebiete, Vorlieben und Darreichungsformen.</p>
<p>Der mit der Moderne ständigt umgewäözte &#8220;traditionelle Kultur- und Medienbetrieb&#8221; ist jedoch prinzipiell mehr Einbahnstrasse als Kommunikation in beide Richtungen. Das Bedürfnis der Zuhörer, sich zum Gehörten auszutauschen oder auch selbst über eigene oder fremde Geschichten zu sprechen, ist vorhanden, wird jedoch nicht berücksichtigt. Beim Live-Event besteht die Zuschauerbeteiligung bestenfalls in &#8220;Standing Ovations&#8221;, die mit einer artigen Verbeugung der Künstler bedankt werden.</p>
<p>Kulturgenuss, Unterhaltung gemeinsam mit einer Menge Anderer kann schön sein &#8211; doch wenn es um Erzählungen und Inhalte geht, gibt es bessere Möglichkeiten: Gehen wir an unsere Grenzen und reden miteinander! Gehen wir zur Abwechslung mal selbst auf Sendung, mit eigenem Programm, das auf Zuschauerquoten verzichtet, das einmalig einmalig ist und völlig unwiederholbar, das Eintagsfliege oder Serie sein kann, das die Beteiligten zu Mitakteuren macht&#8230;</p>
<p>Es gibt hier keinen Rundfunkrat und keine Programmdirektion, stattdessen ist etwas <strong>Iniative</strong> nötig &#8211; jemand muss den Anstoß geben, zu einem mehr oder weniger zufälligen Thema, bei dem mindestens drei Weitere Personen teilnehmen wollen, einladen -  Termin und den vituellen Ort des Meetings nennen, eventuell die &#8220;Unterthemen&#8221; absprechen.</p>
<p>Das Format  &#8220;Neue Literarische Quartette&#8221; (NLQ) hat wenige, dafür einfache Regeln zum Ablauf, der Dauer und Rollenverteilung des Programms:</p>
<ul>
<li>Vier TeilnehmerInnen</li>
<li>davon ein(e) &#8220;Gastgeber(in)&#8221;</li>
<li>Vier Viertelstunden</li>
<li>Verbindliche Anmeldung</li>
<li>Kostenlose Teilnahme</li>
<li>Meinungsfreiheit</li>
<li>Gemeinsames Generalthema</li>
</ul>
<p>Man könnte auch sagen: &#8220;KISS &#8211; Keep it small and simple&#8221; &#8211; dann bleibt nur noch ziu klären, was das konkret bedeutet:</p>
<p>Etwa: Jeder bekommt ungefähr die gleiche Rede/Sprechzeit. Nach der Begrüßung, einer Einführungsrunde, in der man sich kurz vorstellt und sagt, über welchen Text man sich auslassen wird, kommt die Festlegung der Reihenfolge, darauf folgt der erste Beitrag.  Der dauert 12 Minuten, kurze Zwischenfragen können, wenn der Vortragende dies wünscht, jetzt oder gleich zugelassen werden.</p>
<p>Mit einer kurzen Ein-Satz-Moderation geht es weiter zum nächsten Beitrag, und so weiter. Schießlich gibt noch jeder ein kurzes Statement zur vergangenen Folge ab, die Runde löst sich auf, nachdem geklärt ist, ob und wann man sich wieder trifft.</p>
<p>Selbstverständlich sind quantitative Variationen möglich- vom Duett bis zum Sextett, mehr wäre wieder ein anderes Format, wenn wir an Redezeit für alle denken. Auch inhaltlich: Denken wir an die Möglichkeiten von Autoschrauber-Runden, Veggie-Rezept-Expert*innen, allgemeinen Kaffeekränzchen oder den Meinungsaustausch zu ökologischem Wandel. Es gibt also eine lange Liste denkbarer &#8220;Quartette&#8221;, und die einfachste Möglichkeit soll &#8220;einfach ein paar Freunde oder Bekannte einladen&#8221; sein, so heißt es bei <a href="https://meet.jit.si/" target="_blank">https://meet.jit.si/</a></p>
<p>&#8220;Das literarische Quartett&#8221; kann den zu Hause isolierten Mitmenschen wieder mehr Teilhabe an einem (halb-) öffentlichen Leben ermöglichen, definitionsgemäß aktive Teilhabe. Was die Künstler ohne Bühne betrifft: Die sind hierbei höchst willkommen, um die Idee weiterzuverbreiten, zu bewerben, beispielhaft vorzuleben. Am Besten wäre es, sie lassen sich freiwillig als Zugpferde einspannen <img src='http://sketchnet.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wer die Frage &#8220;Worüber und Was würde ich denn gerne eine Viertelstunde lang erzählen?&#8221; beantworten kann, hat schon die erste und wohl größte Hürde überwunden. Von mir könnte es etwas über &#8220;<a title="http://sketchnet.de/narzissmus/ovid-der-narziss-komplex-episoden" href="http://sketchnet.de/narzissmus/ovid-der-narziss-komplex-episoden" target="_blank">Narzissmus</a>&#8221; geben, da könnte ich eine Art Referat vorbereiten.  Für die Einladung der Gesprächspartner sollte man auch sagen können, was man &#8211; im Rahmen des Generalthemas, das man also nennen können muss &#8211; gerne hören möchte. Mit der Vorgabe &#8220;aktuelle Lektüre, aktuelle Lieblingsliteratur, Bewegendes, Merkwürdiges&#8221; beispielsweise wird niemand niemanden allzusehr einschränken <img src='http://sketchnet.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Idealerweise gäbe es schon im Vorfeld Informationen zu den vier geplanten Beiträgen &#8211; doch kann man großes Interesse an &#8220;fremden&#8221; Themen nicht einklagen: Das kann höchstens noch schnellstens wachsen <img src='http://sketchnet.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  .</p>
<p>Der Initialartikel ist hier zuende. Jetzt gilt das Motto: &#8220;Von der Theorie in die Praxis!&#8221;</p>
<hr />
<p>P.S.:</p>
<p>Um die Idee zu verbreiten, sollte man nicht viele Worte machen, deshalb hier noch eine <a title="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2020/11/NLQ.txt" href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2020/11/NLQ.txt" target="_blank">Kurzfassung </a>im .txt-Format.</p>
<p><a href="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2020/11/quartette-800.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-10320" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://sketchnet.de/wp-content/uploads/2020/11/quartette-800.jpg" alt="" width="590" height="590" /></a>&#8220;Austausch in alle Richtungen&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Asyl für Snowden</title>
		<link>http://sketchnet.de/ideen/asyl-fuer-snowden</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jul 2013 13:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sketchnet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[snowden]]></category>

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		<description><![CDATA[Nee, da kann man nix machen. Der Mann hat Staatsgeheimnisse verraten, Geheimnisse eines Rechtsstaats, der demokratisch und mit D befreundet ist &#8211; also, da gelten Auslieferungsverträge und keine besonderen Asylgründe&#8230; So ähnlich argumentieren die Einen und die Anderen sprechen vom &#8230; <a href="http://sketchnet.de/ideen/asyl-fuer-snowden">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Nee, da kann man nix machen. Der Mann hat Staatsgeheimnisse verraten, Geheimnisse eines Rechtsstaats, der demokratisch und mit D befreundet ist &#8211; also, da gelten Auslieferungsverträge und keine besonderen Asylgründe&#8230;</p></blockquote>
<p>So ähnlich argumentieren die Einen und die Anderen sprechen vom Orwell-Staat. <span id="more-1023"></span></p>
<p>Das Orwell-Szenario war doch etwas anderes. Hier und heute sollten wir die Meinungsfreiheit nutzen, und uns eine Meinung bilden. Die NSA-Chefs sitzen gar nicht so fest im Sattel, und wir wissen inzwischen, dass unsere Befürchtungen der Wahrheit entsprechen; Die Stimmung geht dahin, die Geheimdienstler als die eigentlichen Hochverräter (Privatsphären-Verletzer) anzusehen und diese Zustände verändert haben zu wollen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Snowden will be able to come home soon. The world can feel it. The world is changing &#8230;  it is time.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Regierungssprecher, der da meinte, wir seinen nicht mehr im kalten Krieg, hatte irgendwie recht. Wenn auch der Krieg Vater aller Dinge ist. Kriege hat schon immer gegeben, und sie haben die Welt verändert.</p>
<p>Krieg war immer ein probates Mittel, an Ressourcen zu kommen. Mal zu Schrumpfköpfen &#8211; dass die etwas nutzen, glaubt heute kein Mensch mehr, mal an Rohstoffe.<br />
Wenn wir in 50 Jahren (ich bin dann nicht mehr dabei) Energie nur noch aus Wind- und Wasserkraft beziehen, brauchen wir auch keinen Krieg wegen Erdöl, um mal ein Beispiel zu nennen.</p>
<p>Die sachlichen Gründe für Krieg nehmen ab. Wir können den Spruch ändern in &#8220;Der Krieg ist der Urahn aller Dinge&#8221; und in Frieden mit den Traumata der Vergangenheit aufräumen.</p>
<p>Dazu gehört, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. &#8220;Feind hört mit&#8221; ist so eine Wahrheit, und auch Freund, oder was sich dafür hält. Natürlich haben wir geahnt, dass der Internet-Datentransfer gescannt wird. Das war auch vor Snowdens &#8220;Enthüllungen&#8221; Ahnung oder offenes Geheimnis &#8211; deshalb darf er auch nicht als Verräter angeklagt werden. Und zur Meinungsbildung gehören Informationen, die die Geheimdienste ja nicht herausrücken&#8230;</p>
<p>Dass unsere Sorgen berechtigt sind, ist ja &#8220;amtlich&#8221;, wenn es in der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl-2013/merkel-und-die-nsa-affaere-empoeren-sie-sich-jetzt-12268533.html" target="_blank">FAZ</a> steht.</p>
<p>Man sollte die Geheimdienstler aber nicht pauschal verachten, sondern ihnen eine bessere Arbeit geben. Einfach entlassen bringt nichts &#8211; wer weiß, was ihnen dann einfällt.</p>
<p>Wie die Stimmung ist, wissen sie ja. Und kein Gewissen haben nur die ganz Kranken.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ideen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 11:13:18 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Idee (idea = Vorstellung, Urbild) bezeichnet eine geistige Vorstellung. Deren Gehalt kann z. B. als ein in einem Satz formulierbarer Gedanke aufgefasst werden, der durch mehrere Begriffe konstituiert wird. Heute versteht man im Allgemeinen unter einer Idee einen Einfall &#8230; <a href="http://sketchnet.de/ideen/ideen-2">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Die Idee (idea = Vorstellung, Urbild) bezeichnet eine geistige Vorstellung. Deren Gehalt kann z. B. als ein in einem Satz formulierbarer Gedanke aufgefasst werden, der durch mehrere Begriffe konstituiert wird.<span id="more-17"></span></p>
<p align="justify">Heute versteht man im Allgemeinen unter einer Idee einen Einfall oder einen neuen Gedanken. Wenn eine Idee Gestalt annimmt, kann sie zum Beispiel auch zur Erfindung werden. Ideen warten in der Regel auf ihre Umsetzung. Um auf Ideen zu kommen, können verschiedene Techniken und Strategien angewendet werden. Häufig finden zum Beispiel Kreativitätstechniken Verwendung, wie das Brainstorming.</p>
<p align="justify">Eine Idee ist darüber hinaus auch heute noch allgemein ohne den Aktualitätsbezug ein Gedanke oder eine Vorstellung. Darin findet sich auch der Grund für die Verwendung der Idee als Synonym für einen Plan oder eine Absicht; zum Beispiel in einem Satz, wie: „Was hältst Du von der Idee, etwas zu unternehmen?“</p>
<p align="justify">Ursprünglich wurde die Idee begriffen als ein Urbild, das der Wirklichkeit zu Grunde liegt oder gar diese selber ist. Heute wird sie eher so definiert, dass von ihr eine Wirkung ausgeht, die Aufmerksamkeit bündelt, sowie die Kraft, sich in alle Richtungen auszudehnen.</p>
<p>In der Philosophie wird die Idee seit Platon als metaphysische Wesenheit eines Dinges aufgefasst. Dabei wird von der Idee als einem Urbild oder Musterbild gedacht, dem die sinnlich erfahrbare Wirklichkeit nicht oder nur unvollkommen entspricht. Somit reicht beispielsweise kein noch so perfekt gezeichneter Kreis an die Idee des Kreises im Sinne von Platons Ideenlehre heran. Dennoch hat der gezeichnete Kreis an der Idee teil und die Idee ist zugleich in ihm enthalten.</p>
<p align="justify">Aristoteles nimmt Platons Lehre teilweise wieder auf, doch er wehrt sich dagegen ihr eine eigene Existenz zuzuschreiben. Er hebt in ihr das Moment der Wirksamkeit, also ihres formgebenden Einwirkens auf die Materie stärker hervor.</p>
<p align="justify">Seit Descartes und Locke wird die Idee in subjektivistischer Bedeutung verstanden. Vielfach bedeutet die Idee nur noch das „Bild, das sich der Geist von einem Ding macht“ also eine Vorstellung oder ein Gedanke schlechthin.</p>
<p align="justify"><strong>Kants Ideenbegriff</strong></p>
<p align="justify">Eine Idee kann ihm zufolge nur im Verstand entstehen und entzieht sich gänzlich der Erfahrung. Als die drei Ideen der Metaphysik bezeichnet er Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Die Transzendente Idee ist für Kant ein Begriff, der in der Sehnsucht des Verstandes liegt, das ihm Gegebene zu überschreiten.</p>
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