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Traumdeutung

Marianne Masters aus FrankfurtMain bietet persönliche Traumberatung und Einzelworkshops zur Traumarbeit an. Diese interessanten Themen waren der Anlasse für das folgende Interview:

SN: Wie wichtig sind Träume - und warum?
MM: Träume haben unterschiedliche Aspekte und sind unterschiedlich eindringlich. Oft weisen sie uns darauf hin, wo wir uns mit alten Mustern im Weg stehen. Sie können aber auch physische Ursachen haben. So können sie klare Hinweise zur Gesundheit geben, wie ein Ratgeber, der ständig da ist, und wollen bloß erkannt, gar nicht einmal "gedeutet werden.
Zum Beispiel: Eine Frau hatte im Traum das Bild einer leuchtenden Glühbirne zwischen Oberarm und rechter Brust. Als sie das Bild als Aufforderung, zum "Durchleuchten", also Röntgen, zu gehen, verstand, und dem folgte, war Brustkrebs - allerdings in einem sehr frühen Stadium, in dem er noch nicht ertastet werden kann, die Diagnose. Und in diesem frühen Stadium waren die Heilungschancen noch recht hoch.
SN: Bei Freud galt der Traum ja auch als nächtliche Wunscherfüllung...
MM: Das kann durchaus ein Aspekt sein. Deshalb bedeutet der Traum aber nicht nur Wunscherfüllung und hat nicht nur sexuelle Bedeutung. Es spielen meist mehrere Aspekte hinein, und den Traum verstehen, heißt nicht, etwas bestimmtes hineinzudeuten. Träume zeigen auch Übersehenes, Blockaden, Widersprüche, Fixierungsstellen.
SN: Was ist mit tieferen Wahrheiten, wenn wir an Propheten als Traumdeuter denken, etwa Josef gegenüber dem Pharao?
MM: Auch das hat seine Berechtigung; Es gibt kollektive Wahrheiten, universelle Wahrheiten, die natürlich auch heute noch gültig sind und in einem Traum von Bedeutung sein können.
SN: Da gibt es das Beispiel im Märchen vom Teufel mit den drei Goldenen Haaren: Die Großmutter fragt den Teufel, warum ein Baum, der eigentlich goldene Äpfel trägt, das nicht mehr tut., und er gibt den Hinweis auf eine Maus.
MM: Man könnte sich fragen, welche Rolle das Mäuschen im Unbewussten spielt. Innerhalb der Symbolwelt kann zum Beispiel der Zweifel die feste Basis des "Lebensbaums" zerstören. Dabei ist der Teufel - etymologisch vom greichischen "diabolus", der Verwirrer, abstammend - typischerweise ein Element des Unbewussten...
SN: Der Traum als Rätsel...
MM: Ja, fast immer kommt der Traum in Rätselform. Man denkt zunächst verwirrt "was für ein Zeug hab' ich denn da

 

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wieder geträumt?"
Aber das Rätsel beschäftigt den Träumer, und damit hat das Unbewusste die Aufmerksamkeit des Träumers schon für sich gewonnen. Und bei der Traumdeutung geht es immer nur um die eigene Wahrnehmung des Träumers, die persönliche Bedeutung - was auch mehrere Bedeutungen sein können, z.B. als Subjekt oder als Objekt.
SN: Jemand träumt ganze drei Worte: "Ich habe Angst", geht zum Analytiker, erzählt den Traum, und dass er keine Arbeit, keine Freunde, keine Freude hat...
MM: "Angst" ist ja oft mit einem Gefühl von Enge und Unfreiheit verbunden und ein Ursprung der Hemmung.
Die nachfolgende Schilderung, was alles fehlt, bedarf sicher der Aufhellung, das ist ja Schwarzmalerei, genau betrachtet, den Teufel an die Wand gemalt. Vielleicht geht es auch um Ablehnung (nicht geliebt zu werden) oder Erfüllung.
SN: Nicht zu träumen, keine Träume zu erinnern, ist das Verdrängung?
MM: Da wäre die Frage zu stellen, welche Aufmerksamkeit schenke ich dem Traum. Jemand kann auch zu sehr im Tagesgeschehen befangen sein. Man kann das Erinnern üben, aber es gibt auch "flüchtige Träume", die man quasi bewusst ziehen lässt..
FN: Im Zusammenhang mit der "Brücke" als Symbol hatte ich einmal gelesen, dass sie für die Frage stehen könne, ob eine Beziehung tragfägig sei...
MM: Das kommt immer wieder auf den Zusammenhang an. Die Brücke kann auch mit "etwas überwinden" zusammenhängen, einen Übergang in einen anderen Lebensbereich darstellen.
FN: Dein Traumtagebuch kommt ja offensichtlich gut an, Du hast ein Blog - wie beurteilst Du die Vernetzung im Internet, die über solche Medien stattfindet?
MM: Sicherlich findet einiges im Blog statt, doch Traumarbeit geschieht in den Mailinglisten. Aber ich habe den Eindruck, dass es früher etwas einfacher war, Menschen für Traumarbeit in einer Mailingliste zu begeistern. Unsere Traumgruppe, eine e-mail Liste, existiert schon seit 2000, es hat schon reale Treffen gegeben, und da ist mehr Austausch als im Blog möglich.
FN: Dann danke ich für das Gespräch und wünsche Dir für das Projekt "Traumdeutung" noch alles Gute!

Die Homepage von Marianne Masters:
Somnios Traumberatung
Das Blog:
http://traumkladde.twoday.net/





 



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