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Narzissmus

"Narzissmus" kann natürlich als solcher kein Projekt sein; möglich ist allenfalls ein Projekt im Zusammenhang damit:, verständlich zu machen, worum es dabei überhaupt geht.
Das Phänomen "Narzissmus" geistert durch die psychologische Fachliteratur, aber auch durch populäre Publikationen, und stets findet sich jemand, der flugs erklkärt: "So und so ist das."

Innerhalb der Psychoanalyse wurde der Begriff eingeführt, weil die Libidotheorie eine gewisse Unterstützung brauchte, da war die nun herbeigezauberte "narzisstische Libido" eine gute Möglichkeit, das Theoriegebäude abzustützen und auszubauen, bevor es zusammenfallen konnte.

Als "pathologischer Narzissmus" hat es der Begriff bis in die diagnostischen Kataloge geschafft: Wer nur auf sich selbst zentriert ist, Andere verächtlich behandelt usw. ist ein Narzisst. Derweil haben Therapeuten, besonders Analytiker, offiziell nichts zu tun mit dem, was sich in den folgenden Zeilen ausdrückt:

"... die emotionale Tyrannei, die in der Psychoanalyse einsetzt, wenn sich Analysierte wünschen, ihren eigenen Weg zu gehen, die Dinge auf ihre Weise zu sehen, und wenn sie die leeren Phrasen und die routinierten, formelartigen Interpretationen der Durchschnittsanalytiker nicht länger akzeptieren. (Beispiel: »Ihre Unfähigkeit, mich zu bewundern, ist ein Ausdruck Ihrer Psychopathologie.«) " [Quelle]

Diese Fachgruppe, die auch als "Ansammlung von überdurchschnittlich ängstlichen Charakteren" angesehen werden kann, durchläuft eine "besonders lange und demütigende Abhängigkeitssituation in ihrer Ausbildung, es findet eine Vorauswahl von Persönlichkeitsstrukturen, die bereit sind, dies auf sich zu nehmen, statt. [vgl.]

In diesem Zusammenhang hat es eine Theoriebildung gegeben, die mehr der persönlichen Profilierung der einzelnen Theoretiker und dem Beweis, sich in all den Theorien auzukennen, als der Aufklärung Interessierter

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in Fragen des zwischenmenschlichen Miteinanders dienten: Je gruseliger die Falldarstellung, desto prominenter der Heiler.

Was unter Narzissmus heute zu verstehen ist, wird allerorten "heruntergebetet", speziell im Internet ist die Situation die, dass die verschiedenen "Platzhirsche" ihre mehr oder minder verdiente Position verteidigen, aber nicht halten, was sie versprechen: Etwas zu erklären.

Zwar wird mitunter pflichtgetreu und halbherzig auf den Mythos zurückgegriffen, es folgen dann aber Erläuterungen, die bar jeden wissneschaftlichen Textverständnisses sind:

"Narziss wurde wegen seiner abweisenden Haltung von Nemesis bestraft". Das entspricht zwar in Etwas dem Wortlaut des Mythos, aber nicht seinem Sinn: Natürlich wussten die Gelehrten des Altertums, dass nicht die Götter die Welt regieren, aber die Menschen die Bilder der Götter brauchen,. um sich die Welt zu erklären -. Im Falle der Priester, die sich selbst kastrierten, um ihrer Göttin zu dienen, etwa, um ihr eigentümliches Verhalten zu rechtfertigen.

Wir finden also noch in heutigen, pseudo-wissenschaftlichen Texten, eine magische Sicht der Welt - von Aufklärung ist da nciht viel zu sehen.

Narziss war ein Kindskopf, der sich von Anderen abwandte, zu keinem blickerwiedernden Lächeln fähig, gab sich dabei gerne als Held, war Außenseiter, Einzelgänger, frühreif, exhibitionistisch und so weiter.

"Die Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ... hat ihre Wurzeln in der modernen psychoanalytischen Literatur. Kernberg (1970) glaubt, dass Narzissten mit ihrer Grandiosität und ihrem egozentrischen Verhalten die Wut auf kalte und gleichgültige Eltern abwehren. Nach Ansicht Kohuts (1966) ist die Herausbildung einer narzisstischen Persönlichkeit eine Möglichkeit, mit wahrgenommenen Unzulänglichkeiten des Selbst fertigzuwerden, die immer quälender werden, weil von den Eltern weder Hilfe noch Empathie kommt." [Quelle]



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